Ruggero Leoncavallo
Prof. Dr. Walter Rüsch, Musiker und Musikwissenschafter

?-1983, geboren in St. Gallen, gestorben in Locarno

Professor und Doktor der Musikwissenschaft. Rüsch gründete 1947 den „Coro Palestrina Locarno“ um die geistliche Musik des 16. und 17. Jahrhunderts zu pflegen. Er leitete den Chor bis zu seinem Tod im Jahr 1983. Aus dem „Ferien-Journal“ Nr. 76/6, von August 1963, „Künstler im Tessin“: „Als wir Rüsch besuchten, erzählte er uns, wie es zur Gründung des „Coro Palestrina“ kam und was er mit ihm anstrebt: „Wenn etwas echt sein soll, muss es Wurzeln haben“, sagte Dr. Rüsch. Er wollte und will nicht einfach einen Gesangsverein mehr ins Leben rufen. Es geht im nicht darum, den Sängern eine angenehme Freizeitbeschäftigung zu verschaffen; sein Ziel besteht auch nicht darin, den Chor zu einem Instrument ausgefeilten Kunstgesangs auszubilden. Im Gesang des „Coro Palestrina“ soll eine Geisteshaltung Ausdruck finden, die mit der Haltung der Sänger im täglichen Leben übereinstimmt. () Dr. Rüsch will mit seinem Chor eine Mittellinie zwischen liturgischem und Konzert-Gesang einhalten. Er glaubt, dass die Voraussetzungen zu Coro Palestrina im Tessin ideal sind. Ursprünglichkeit, sagt er, gehört zur hier gewachsenen Kultur. () „Unser Chor zählt nur etwa dreissig Mitglieder. Aber wenn wir in den Kathedralen und Kirchen von Pavia, Parma, Bergamo, Piacenza, Milano usw. mit ihrer grossartigen Akustik singen, dann wird das auch den Sängern zum unvergesslichen Erlebnis. Dann legen sie alle Gefühle die den Menschen zu erheben vermögen, in ihre Stimme.“