Ruggero Leoncavallo
Oskar Reck, Journalist, Publizist

1920-1996, geboren in Niederlenz, gestorben in Basel

Sohn von Otto Reck, 1889-1966, Malermeister, Kunstmaler, und der Elisabeth, geborene Ryser, verstorben 1950. Jugend in Niederlenz und Lenzburg, Gymnasium und Matura in Aarau. 1940-1944 Studium der Nationalökonomie an den Universitäten Bern, Genf und Zürich. Oskar Reck war nach seinem Studium als Journalist tätig, zuerst als Redaktor der Weltwoche, von 1955-1960 als Chefredaktor des Neuen Winterthurer Tagblatts, 1960-1969 Chefredaktor der Thurgauer Zeitung, 1970 als Bundeshauskorrespondent des Schweizer Fernsehens und 1971-1977 als Chefredaktor der Basler Nachrichten. Daneben engagierte er sich als freisinniger Politiker in der Gemeinde Winterthur, später im Kanton Thurgau. Seine Stelle bei der Thurgauer Zeitung verliess er „ziemlich abrupt und im Konflikt“, sein Verleger wollte ihn am Tag der Beerdigung seiner ersten Frau Renée, geborene Sommerhalder, mit der er seit 1943 verheiratet war, nicht beurlauben. Reck zog sich in sein Haus in Sant’Abbondio in die Einsamkeit zurück, bevor er seine neue Stelle als Bundeshauskorrespondent antrat. Die Basler Nachrichten verliess er ebenfalls im Konflikt, nachdem der Verwaltungsrat des Blattes hinter seinem Rücken die Fusion mit der National-Zeitung zur Basler-Zeitung beschlossen hatte. Eine Fusion, die Kurt W. Zimmermann, Chefredaktor des Magazins Schweizer Journalist, in einem Gastbeitrag in Basler Zeitung vom 31. Januar 2017 als „die dümmste Zeitungsfusion der Zeitungsgeschichte“ bezeichnete. In der Folge war Oskar Reck als „viel beachteter Publizist“ tätig und als Dozent für Publizistik an den Universitäten von Basel, Bern und Freiburg. Daneben gehörte er von 1965-1968 Zentralpräsident der Neuen Helvetischen Gesellschaft und von 1979-1988 Präsident der unabhängigen Beschwerdekommission von Radio und Fernsehen. 1985 verlieh ihm die Basler Universität das Ehrendoktorat der Juristischen Fakultät für „sein beeindruckendes Zeugnis von politischer Liberalität, Toleranz und dem Mut zu unpopulären Stellungnahmen“. Er lebte mit seiner zweiten Frau Daisy, geborene Meili, Heirat 1973, an der Rittergasse 13 auf dem Basler Münsterhügel über dem Rhein. Das Grab von Oskar Reck befindet sich auf dem Friedhof von Sant'Abbondio, Gambarogno.