1798 Napoleon, die Helvetische Republik und General Dufour.
1798 gründete Napoleon die Cisalpinische Republik, doch die Tessiner
wollten nicht dazu gehören: Sie entschieden sich nach 300 Jahren
Untertanenschaft für den Verbleib in der Helvetischen Republik, die
Napoleon der Eidgenossenschaft aufgezwungen hatte. Der Tessin wurde in
die Kantone Bellinzona und Lugano aufgeteilt. 1803 diktierte Napoleon
der Helvetischen Republik die Mediationsakte. Mit dieser entstand der
heutige Staatenbund und damit der Kanton Tessin, benannt nach dem Fluss
Ticino. Ticino heisst: schnelles Wasser. Bellinzona, Locarno und Lugano
wechselten sich zunächst alle sechs Jahre als Regierungssitz ab,
Bellinzona wurde 1878 zur alleinigen Hauptstadt erklärt. 1826 fuhr das
erste Dampfschiff auf dem Lago Maggiore. In der ersten Hälfte des 19.
Jahrhunderts eskalierte die politische Lage in der jungen
Eidgenossenschaft zum Sonderbundskrieg, dem Machtkampf zwischen
liberalen und kirchentreu-konservativen Kräften. Im November 1847
kapitulierten die Kantone des Sonderbunds nach den Niederlagen ihrer
Truppen gegen das eidgenössische Heer unter General Dufour. Folgen
dieser Auseinandersetzungen waren die Bundesverfassung von 1848 und
damit die Einsetzung von Bundesrat, Bundesversammlung mit National- und
Ständerat und dem Bundesgericht. Der Sonderbundskrieg war die letzte
militärische Auseinandersetzung auf Schweizer Boden.