Arthur Heye, Reiseschriftsteller, Fotograf und Filmemacher
1885-1947 geboren in Leipzig, gestorben in Ascona
Sohn einer Arbeiterschule. Besuch der Volksschule. Mit 14 Jahren floh Heye vor seinem Stiefvater, ein halbes Jahr Wanderschaft, heuerte in Antwerpen auf einem Schiff an, das kurz darauf vor Westafrika sank. Heye heuerte auf weiteren Schiffen an, betätigte sich in etwa zwei Dutzend Berufen, verbrachte zwei Jahre als Tramp in den USA und kehrte nach dem Tod seines Schwiegervaters, 10 Jahre nach der Flucht, wieder nach Deutschland zurück. Hier begann er zu publizieren. Es folgten Reisen nach Italien, Ägypten, Spanien, Afrika. 1914 eingezogen, tat er in Ostafrika Dienst im Ersten Weltkrieg. Englische Kriegsgefangenschaft in Indien bis 1920. Danach schrieb er in seiner Heimat und hielt Vorträge. Dann reiste Heye wieder: Italien, Ägypten, Schweiz, Ostafrika, wo er einen Film drehte. 1928 Heirat mit Ruth, seiner Sekretärin, anschliessend Aufenthalte in Brasilien und Alaska. 1933 Wohnsitznahme aus politischen und gesundheitlichen Gründen in Ascona, wo er mit seiner Frau den verbrachte. Rudolf Jakob Humm schildert in seinem „epikuräischen Ascona“ ein Zusammentreffen mit Arthur Heye: „In Ascona kann dir folgendes widerfahren: An einem Morgen gehst du über die Piazza und siehst einen hemdsärmligen, in lumpiger Hose steckenden Mann der, begleitet von einem Neufundländer, eine Spur von schönen, runden Pferdeäpfeln mit einem Schäufelchen sorgfältig in einen kleinen Kübel praktiziert. Es ist derselbe Herr von gestern. Während du zu ihm nach Hause wanderst, um seine herrlichen Salatköpfe zu sehen, sagst du dir, dass er sich wohl kaum an einem anderen Ort getrauen würde, mit solcher naturalezza für seinen Garten zu sorgen; und wenn du dich nach der Ursache solcher Unbefangenheit fragst, so siehst du um ihn das Lächeln der abgeschiedenen, härenen Naturpropheten, die ihn schirmen, in seinem Tun bekräftigen und es den Einwohnern auch längst eingeprägt haben, dass sie sich hier über nichts mehr wundern dürfen. – der Herr, der in Ascona so wacker für seinen Garten sorgt, ist übrigens der Reiseschriftsteller Arthur Heye, und ich hoffe, dass es den Absatz seiner Büchern nicht beeinträchtigt, dass ich diesen Zug von ihm erzähle. Seine Bücher sind voll der wildesten Abenteuer, die sehr schlicht, aber einprägsam geschildert sind; der Autor erweist sich darin als einer der tollkühnsten und rauflustigsten Kumpane, die die Erde trug. In Ascona trifft man einen abgeklärten, warmherzigen, mildgestimmten, leise lächelnden, überaus menschlichen Herr, dem man es gar nicht anmerken würde, dass er solche Odyssee hinter sich hat, und den der Ortsgeist offenbar veranlasst, auch die idyllischen Seiten seines Wesens hervorzukehren.“
1885-1947 geboren in Leipzig, gestorben in Ascona
Sohn einer Arbeiterschule. Besuch der Volksschule. Mit 14 Jahren floh Heye vor seinem Stiefvater, ein halbes Jahr Wanderschaft, heuerte in Antwerpen auf einem Schiff an, das kurz darauf vor Westafrika sank. Heye heuerte auf weiteren Schiffen an, betätigte sich in etwa zwei Dutzend Berufen, verbrachte zwei Jahre als Tramp in den USA und kehrte nach dem Tod seines Schwiegervaters, 10 Jahre nach der Flucht, wieder nach Deutschland zurück. Hier begann er zu publizieren. Es folgten Reisen nach Italien, Ägypten, Spanien, Afrika. 1914 eingezogen, tat er in Ostafrika Dienst im Ersten Weltkrieg. Englische Kriegsgefangenschaft in Indien bis 1920. Danach schrieb er in seiner Heimat und hielt Vorträge. Dann reiste Heye wieder: Italien, Ägypten, Schweiz, Ostafrika, wo er einen Film drehte. 1928 Heirat mit Ruth, seiner Sekretärin, anschliessend Aufenthalte in Brasilien und Alaska. 1933 Wohnsitznahme aus politischen und gesundheitlichen Gründen in Ascona, wo er mit seiner Frau den verbrachte. Rudolf Jakob Humm schildert in seinem „epikuräischen Ascona“ ein Zusammentreffen mit Arthur Heye: „In Ascona kann dir folgendes widerfahren: An einem Morgen gehst du über die Piazza und siehst einen hemdsärmligen, in lumpiger Hose steckenden Mann der, begleitet von einem Neufundländer, eine Spur von schönen, runden Pferdeäpfeln mit einem Schäufelchen sorgfältig in einen kleinen Kübel praktiziert. Es ist derselbe Herr von gestern. Während du zu ihm nach Hause wanderst, um seine herrlichen Salatköpfe zu sehen, sagst du dir, dass er sich wohl kaum an einem anderen Ort getrauen würde, mit solcher naturalezza für seinen Garten zu sorgen; und wenn du dich nach der Ursache solcher Unbefangenheit fragst, so siehst du um ihn das Lächeln der abgeschiedenen, härenen Naturpropheten, die ihn schirmen, in seinem Tun bekräftigen und es den Einwohnern auch längst eingeprägt haben, dass sie sich hier über nichts mehr wundern dürfen. – der Herr, der in Ascona so wacker für seinen Garten sorgt, ist übrigens der Reiseschriftsteller Arthur Heye, und ich hoffe, dass es den Absatz seiner Büchern nicht beeinträchtigt, dass ich diesen Zug von ihm erzähle. Seine Bücher sind voll der wildesten Abenteuer, die sehr schlicht, aber einprägsam geschildert sind; der Autor erweist sich darin als einer der tollkühnsten und rauflustigsten Kumpane, die die Erde trug. In Ascona trifft man einen abgeklärten, warmherzigen, mildgestimmten, leise lächelnden, überaus menschlichen Herr, dem man es gar nicht anmerken würde, dass er solche Odyssee hinter sich hat, und den der Ortsgeist offenbar veranlasst, auch die idyllischen Seiten seines Wesens hervorzukehren.“