Antonella Acrutti, Kunstmalerin
Geboren in Losone
Aus dem „Ferien-Journal“ Nr. 90/4, vom 10. Juli 1965, Asconeser-Künstler, die Malerin Antoniella Cerutti, von LP: „Immer wieder müssen wir leider die traurige Feststellung machen, dass Wesentliches von Unwesentlichem lärmig übertönt und oft an die Wand gedrückt wird. Unsere Zeit lässt sich gerne von einem blendenden Äusseren und turbulenter Publizität blenden, ja nicht selten sogar den Geschmack und somit das Urteil formen, ohne sich überhaupt die Mühe zu nehmen, tiefer in etwas einzudringen. Achtlos gehen wir an wirklich Gutem vorbei. Glücklicherweise aber ist dem Guten und Wahren eine unbeugsame Macht eigen, die es vor de Untergang bewahrt, während das Kurzlebige Strohfeuer einer künstlich aufgeplusterten Publizität kläglich zusammensinkt. Das Wesen des Guten ist, dass es sich nicht überleben kann, weil es Allgemeingültigkeit besitzt.
Antoniella Cerutti, die Malerin an der Carrà dei Nasì, im Hause der AAA, gehört zu den Stillen im Lande, die ohne viel Aufhebens von sich und ihrer Existenz zu machen, ihren Weg gehen und dabei Werte schaffen, die sie selbst und ihre Zeit überdauern werden.
Antoniella geht ihren steinigen oft harten Pfad, von den einen verlacht, von den Andern missverstanden oder gar gedemütigt. Klein ist die Schar derer, die in ihr die Künstlerin erkannt haben, welche wirklich etwas zu sagen hat. Sie sit in der kulturbeflissenen Stadt Perugia aufgewachsen und hat schon in der Primarschule den Drang zum Zeichnen und Malen verspürt. Nach der obligatorischen Schulzeit besuchte sie die Akademie und die Schule der „Belle Arti“. In der französischen Metropole kam sie mit den verschiedensten Strömungen zusammen, von denen sie sich das aneignete, was ihr für ihr individuelles Schaffen von Nutzen sein konnte.
Während eines mehrjährigen Aufenthaltes in Basel verdiente sie sich ihr Brot als Dekorateurin, sodass ihr neben dieser Tätigkeit und den Arbeiten in ihrem bescheidenen Haushalt nur sehr wenig Zeit für die Malerei blieb. Da sie sich ausserdem ihrer strengen Überzeugung wegen auch nicht irgend einem modebestimmten „Künstlerkreis“ anschliessen wollte, blieben ihr die Türen zu Ausstellungen, die sie bekannt hätte machen können, während langer Zeit verschlossen. In Deutschland fanden ihre Werke, wenn auch in kleinem Kreis, eine gebührende Beachtung, sodass etliche ihrer Gemälde en Weg über den Rhein fanden.
Erst im Oktober des vergangenen Jahres kam sie in ihren Heimatkanton und liess sich in Ascona nieder, wo sie seither im Haus der „Associazione Artisti, Ascona2 ein bescheidenes Zimmer bewohnt uns sich nun ganz ihrer künstlerischen Neigung widmen kann. Aber selbst da begegnet sie immer wieder unverstanden dem Kopfschütteln selbst derer, die zuerst für ihre Kunst Verständnis haben sollten. Trotzdem treibt sie ihr reiches Innenleben zu rastlosem Schaffen. Ihre kraftvollen Werke sind durchdrungen vom Verständnis und von der Liebe zum leidenden Mitmenschen.
Es mag viele eigenartig anmuten, dass Antoniella Cerutti als äusserst feinfühlige Frau sich ausgerechnet die männliche Welt der Bergwerke als Quelle für ihren künstlerischen Ausdruck gewählt hat. Schon von klein auf fühlte sie sich in dieser Atmosphäre beeindruckt, ein Gebiet, das so typisch für sie und ihr Schaffen ist. Im stillen verrichten die Bergleute unsichtbar tief „untertag“ in hartem Kampf um das Dasein und in ständiger Gefahr ihre so nützliche Arbeit. Wieviel Leid und Elend haben Stolleneinbrüche, Grubenexplosionen und andere Katastrophen gerade den Bergleuten gebracht und doch lassen sie sich nicht entmutigen. Tag für Tag fahren sie in den Förderkörben in die Tiefe, einem ungewissen Schicksal und ständig lauernder Gefahren entgegen. Aber gerade in dem vom Leid besonders gezeichneten Leben der Bergleute lebt eine eigene Poesie, ein tiefer menschlicher Hintergrund und ein stilles Heldentum.
Antoniella Cerutti weiss diese Männer so darzustellen, dass jedem der die Blätter eingehend betrachtet, die Tapferkeit und Ehrlichkeit, die aus diesen Gesichtszügen sprechen auffallen."
Geboren in Losone
Aus einem Prospekt der Galleria AAA, Associazione Artisti Ascona: „Antonella Cerutti aus Losone, Tessin, hat an der Akademie von Perugia studiert, lebt und arbeitet in Ascona. Ihre erste Ausstellung hielt sie in Perugia, eingeführt von Renato Guttuso. Später in Basel und Ascona. Wirkte an vielen Kollektivausstellungen mit und erhielt mehrere Auszeichnungen.“ Asconeser Künstler im Shopping Center Breitenbach, unter dem Patronat der AAA, Februar 1971.
Aus dem „Ferien-Journal“ Nr. 90/4, vom 10. Juli 1965, Asconeser-Künstler, die Malerin Antoniella Cerutti, von LP: „Immer wieder müssen wir leider die traurige Feststellung machen, dass Wesentliches von Unwesentlichem lärmig übertönt und oft an die Wand gedrückt wird. Unsere Zeit lässt sich gerne von einem blendenden Äusseren und turbulenter Publizität blenden, ja nicht selten sogar den Geschmack und somit das Urteil formen, ohne sich überhaupt die Mühe zu nehmen, tiefer in etwas einzudringen. Achtlos gehen wir an wirklich Gutem vorbei. Glücklicherweise aber ist dem Guten und Wahren eine unbeugsame Macht eigen, die es vor de Untergang bewahrt, während das Kurzlebige Strohfeuer einer künstlich aufgeplusterten Publizität kläglich zusammensinkt. Das Wesen des Guten ist, dass es sich nicht überleben kann, weil es Allgemeingültigkeit besitzt.
Antoniella Cerutti, die Malerin an der Carrà dei Nasì, im Hause der AAA, gehört zu den Stillen im Lande, die ohne viel Aufhebens von sich und ihrer Existenz zu machen, ihren Weg gehen und dabei Werte schaffen, die sie selbst und ihre Zeit überdauern werden.
Antoniella geht ihren steinigen oft harten Pfad, von den einen verlacht, von den Andern missverstanden oder gar gedemütigt. Klein ist die Schar derer, die in ihr die Künstlerin erkannt haben, welche wirklich etwas zu sagen hat. Sie sit in der kulturbeflissenen Stadt Perugia aufgewachsen und hat schon in der Primarschule den Drang zum Zeichnen und Malen verspürt. Nach der obligatorischen Schulzeit besuchte sie die Akademie und die Schule der „Belle Arti“. In der französischen Metropole kam sie mit den verschiedensten Strömungen zusammen, von denen sie sich das aneignete, was ihr für ihr individuelles Schaffen von Nutzen sein konnte.
Während eines mehrjährigen Aufenthaltes in Basel verdiente sie sich ihr Brot als Dekorateurin, sodass ihr neben dieser Tätigkeit und den Arbeiten in ihrem bescheidenen Haushalt nur sehr wenig Zeit für die Malerei blieb. Da sie sich ausserdem ihrer strengen Überzeugung wegen auch nicht irgend einem modebestimmten „Künstlerkreis“ anschliessen wollte, blieben ihr die Türen zu Ausstellungen, die sie bekannt hätte machen können, während langer Zeit verschlossen. In Deutschland fanden ihre Werke, wenn auch in kleinem Kreis, eine gebührende Beachtung, sodass etliche ihrer Gemälde en Weg über den Rhein fanden.
Erst im Oktober des vergangenen Jahres kam sie in ihren Heimatkanton und liess sich in Ascona nieder, wo sie seither im Haus der „Associazione Artisti, Ascona2 ein bescheidenes Zimmer bewohnt uns sich nun ganz ihrer künstlerischen Neigung widmen kann. Aber selbst da begegnet sie immer wieder unverstanden dem Kopfschütteln selbst derer, die zuerst für ihre Kunst Verständnis haben sollten. Trotzdem treibt sie ihr reiches Innenleben zu rastlosem Schaffen. Ihre kraftvollen Werke sind durchdrungen vom Verständnis und von der Liebe zum leidenden Mitmenschen.
Es mag viele eigenartig anmuten, dass Antoniella Cerutti als äusserst feinfühlige Frau sich ausgerechnet die männliche Welt der Bergwerke als Quelle für ihren künstlerischen Ausdruck gewählt hat. Schon von klein auf fühlte sie sich in dieser Atmosphäre beeindruckt, ein Gebiet, das so typisch für sie und ihr Schaffen ist. Im stillen verrichten die Bergleute unsichtbar tief „untertag“ in hartem Kampf um das Dasein und in ständiger Gefahr ihre so nützliche Arbeit. Wieviel Leid und Elend haben Stolleneinbrüche, Grubenexplosionen und andere Katastrophen gerade den Bergleuten gebracht und doch lassen sie sich nicht entmutigen. Tag für Tag fahren sie in den Förderkörben in die Tiefe, einem ungewissen Schicksal und ständig lauernder Gefahren entgegen. Aber gerade in dem vom Leid besonders gezeichneten Leben der Bergleute lebt eine eigene Poesie, ein tiefer menschlicher Hintergrund und ein stilles Heldentum.
Antoniella Cerutti weiss diese Männer so darzustellen, dass jedem der die Blätter eingehend betrachtet, die Tapferkeit und Ehrlichkeit, die aus diesen Gesichtszügen sprechen auffallen."